Sonntag, 1. März 2009

Opel auf dem Weg nach Süden





Nachdem ich in einem anderen Blog darauf spekuliert hatte, dass Opel auf die eine oder andere Art versucht ist eine gewisse Form der Systemrelevanz zu erlangen, bewahrheitet sich diese Vermutung schneller als ich dachte.

In einem Artikel vom Handelsblatt erwägt das Unternehmen nun, sich die notwendigen Gelder über die KfW-Gruppe zu holen. Damit würde Opel, betrachtet man die Dimensionen an Geldern um die es geht, systemrelevant und damit unsinkbar, solange der Dampfer Deutschland durch die aufgewühlten Meere der Wirtschaftskrisen oberhalb der Wasserlinie sich zu halten imstande sieht.

Es handelt sich nunmehr, sollte man die Aussagen der IEA vom 27.02.2009 in seine Überlegungen einflechten, um eine Kette von Krisen, die wohlmeinend interpretiert, aufeinander aufbauen. Das Augenmerk der IEA richtet sich auf die Verknappung der Ölreserven.

Ihre Prognose baut auf folgende Annahmen auf: Sobald die derzeitige Rezession ihr Ende findet, könnte es zu einem Versorgungsengpass kommen, und in der Folge würde der Preis für Erdöl explodieren. Dies würde natürlich wieder zu einem Nachfragerückgang führen, der möglicherweise wieder auf die Stimmung der heimischen Verbraucher und in der Folge auf die der Autoindustrie drückt.

Es kann natürlich sein, dass dies sich bereits in der gegenwärtigen Krise niederschlagen wird, bzw. zu einem Zyklus führt, in dem wechselseitige, gleichzeitige, auch konträre Faktoren eher zu einer Verschärfung als Entspannung der wirtschaftlichen Lage führen.

Während viele Preisentwicklungen deflationär wirken, kippen andere, u.a. bedingt durch die Konjunkturprogramme und Monopolstellungen, beispielsweise auf dem Energiesektor, über in eine aufwärts gerichtete Preisspirale.

Und damit schließt sich die Frage an, ob die Politik
nicht bereits einen Kardinalsfehler begangen hat viel zu wenig Geld investiert zu haben, und dass die drastische Absage an künftige Konjunkturprogramme der Fehler schlechthin ist, der uns bald schmerzhaft einholt.

Das beherzte und punktuelle Einschreiten der Politik nach Maßgabe einer möglichst großen Breitenwirkung erreicht langsam einen Punkt, wo es tatsächlich nur noch Schmerzen lindern hilft, nicht aber die Dynamik der derzeitigen Lage in Hinblick auf die künftige Entwicklung in die Gesamtbetrachtung einfließen lässt.


Aber wer kann schon in die Zukunft schauen?


Quellen und weiterführende Links:


Futures bzw. Terminpreise beim Öl

Entwicklung der Rohölpreise auf dem Weltmarkt

Moodys sieht Depression

Cicero sieht Rezession

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