Dienstag, 10. März 2009

Emil vom Chef

Er ließ heute die Börsen jubeln und sorgte mit einer Mitteilung an seine Mitarbeiter, einer Email, für das herbeigesehnte Ende der Finanz- und Wirtschaftskrise.

Seine Botschaft lautete: Alle reden uns schlecht, dabei geht es uns dank der nicht enden wollenden Finanzspritzen des Staates gut, und wenn wir jetzt noch direkt mit der Notenpresse verbunden werden, schreiben wir vielleicht sogar Gewinne.


Wunderbar. Wir lieben Fortsetzungsromane und deshalb freuen wir uns auf die nächste Mail, in der es heißt:

"Ich habe das Rad mit vier Ecken erfunden. Dies ist eine vorausschauende Entwicklung, die es uns ermöglicht mit GM zu fusionieren und zukunftsträchtige Autos zu bauen. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten rechnen wir damit, im Jahr 2500 endlich wieder in die Gewinnzone zu kommen, sollte vorher kein Komet die Erde vernichten."

Mittwoch, 4. März 2009

Nicht systemrelevant?

Keine Extrawurst für Opel: Der Autokonzern ist aus Sicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) "kein systemrelevantes Unternehmen". Im Gegensatz zu den Banken soll es nach Meinung der Kanzlerin keine Sonderbehandlung für den angeschlagenen Autobauer geben. Genau darauf spekulieren die Opel-Manager.





Dann wird das wohl auch nicht für diese ambitionierte Dame hier auch nix mehr. Was sie als nächstes dann für Plakate tragen werden?

Dienstag, 3. März 2009

Lusté

"Die Orange auf dem Tisch der CDU-Vorsitzenden Angela Merkel soll die Solidarität mit der Opposition in der Ukraine symbolisieren, deren Fahnen diese Farbe tragen"

So beschrieb es die Berliner Morgenpost




Ich finde es trotzdem lustig.

Amüsant wirken unsere Politiker demnach nicht gerade und die Karikaturen in Deutschland sind allenfalls zahm und bieder. In den USA hingegen wird man bissig und bisweilen böse.


Ben Bernanke in seiner bieder daher kommenden, kauzigen Art ist bisweilen ein nettes Opfer....









....wie hier

...oder da












Und am Ende siegt denn doch die Zensur.


..wie da






Sonntag, 1. März 2009

Opel auf dem Weg nach Süden





Nachdem ich in einem anderen Blog darauf spekuliert hatte, dass Opel auf die eine oder andere Art versucht ist eine gewisse Form der Systemrelevanz zu erlangen, bewahrheitet sich diese Vermutung schneller als ich dachte.

In einem Artikel vom Handelsblatt erwägt das Unternehmen nun, sich die notwendigen Gelder über die KfW-Gruppe zu holen. Damit würde Opel, betrachtet man die Dimensionen an Geldern um die es geht, systemrelevant und damit unsinkbar, solange der Dampfer Deutschland durch die aufgewühlten Meere der Wirtschaftskrisen oberhalb der Wasserlinie sich zu halten imstande sieht.

Es handelt sich nunmehr, sollte man die Aussagen der IEA vom 27.02.2009 in seine Überlegungen einflechten, um eine Kette von Krisen, die wohlmeinend interpretiert, aufeinander aufbauen. Das Augenmerk der IEA richtet sich auf die Verknappung der Ölreserven.

Ihre Prognose baut auf folgende Annahmen auf: Sobald die derzeitige Rezession ihr Ende findet, könnte es zu einem Versorgungsengpass kommen, und in der Folge würde der Preis für Erdöl explodieren. Dies würde natürlich wieder zu einem Nachfragerückgang führen, der möglicherweise wieder auf die Stimmung der heimischen Verbraucher und in der Folge auf die der Autoindustrie drückt.

Es kann natürlich sein, dass dies sich bereits in der gegenwärtigen Krise niederschlagen wird, bzw. zu einem Zyklus führt, in dem wechselseitige, gleichzeitige, auch konträre Faktoren eher zu einer Verschärfung als Entspannung der wirtschaftlichen Lage führen.

Während viele Preisentwicklungen deflationär wirken, kippen andere, u.a. bedingt durch die Konjunkturprogramme und Monopolstellungen, beispielsweise auf dem Energiesektor, über in eine aufwärts gerichtete Preisspirale.

Und damit schließt sich die Frage an, ob die Politik
nicht bereits einen Kardinalsfehler begangen hat viel zu wenig Geld investiert zu haben, und dass die drastische Absage an künftige Konjunkturprogramme der Fehler schlechthin ist, der uns bald schmerzhaft einholt.

Das beherzte und punktuelle Einschreiten der Politik nach Maßgabe einer möglichst großen Breitenwirkung erreicht langsam einen Punkt, wo es tatsächlich nur noch Schmerzen lindern hilft, nicht aber die Dynamik der derzeitigen Lage in Hinblick auf die künftige Entwicklung in die Gesamtbetrachtung einfließen lässt.


Aber wer kann schon in die Zukunft schauen?


Quellen und weiterführende Links:


Futures bzw. Terminpreise beim Öl

Entwicklung der Rohölpreise auf dem Weltmarkt

Moodys sieht Depression

Cicero sieht Rezession

Systemwechsel auf der Überholspur

Ich hätte es fast nicht mehr für möglich gehalten, aber die Linke wagt den Systemwechsel.
Grundlage ihrer Besinnung ist der EU-Vertrag von Lissabon, den Vertrag also, der das Miteinander in der EU-Zone friedlich zementieren soll, und für dessen Ablehnung die Irländer in der Hölle schmoren, mindestens so lange bis sie ihn ratifiziert haben. Und was sie wohl angesichts der derzeitigen desaströsen Lage lieber heute als morgen täten.


"Der Kapitalismus muss überwunden werden", sagt die Linke. Nun, angesichts der anrollenden Verstaatlichungswelle, die sich durch die Medienlandschaft schiebt, ist das keine besondere Bemerkung, denn den Kapitalismus gibt es gar nicht. Er ist wohl irgendwo im Laufe der Wirtschaftskrise abhanden gekommen, und einer „irgendwie müssen wir uns da durchwurschteln“-Ökonomie gewichen, die sich fürderhin wohl irgendwo künftig zwischen Sklavenhaltergesellschaft und Feudalismus ansiedeln dürfte.


Die Tatsache, dass unser System dabei noch funktioniert, und dazu angesichts des massiven Rollbacks dazu noch beachtlich normal, löst bei mir eher Unbehagen aus, denn mir scheint, dass wir noch einiges von der bitteren Medizin der Realität schlucken müssen und die Schulmedizin wirkt leider nicht.

Gehen wir mal im Geiste ein paar Jahre zurück, zu der Zeit nach der letzten geplatzten Blase, die einige Menschen um ihre Altersvorsorge gebrachten haben. Um das Jahr 2003 herum standen wir, so ist meine Ansicht bereits einmal on the Edge of Abyss, dass heißt, wir durften mal am Abgrund schnuppern, in den Japan nun im Jahre 2009 mit wehenden Fahnen hineingeflogen ist.
Was ist also so bemerkenswert neues zwischen 2003 und 2007 passiert, dass wir einen Boom erlebt haben, der seinesgleichen sucht. Weder das Rad wurde neu erfunden, noch sonstige denkwürdige Entwicklungen fanden statt, mit Ausnahme des Umstandes, dass die USA ein paar Kriege vom Zaun brachen und man sich in der Weltgemeinschaft auch sonst ein wenig beim Schuldenmachen die Augen zudrückte. Man rechnete sich alles schön.

Das ist jetzt vorbei und eine Krise jagt die nächste und die wahre Katastrophe steht noch vor der Tür und macht sich bereit dazu, anzuklopfen. Das weiß ziemlich jeder, der ein wenig Verständnis von Ökonomie hat und dazu reicht eigentlich schon aus dem Fenster zu schauen.


Ich freunde mich mit der Frage an, ob unsere Gesellschaft auch im wirtschaftlichen Chaos bestehen kann. Ob das Chaos nicht wieder ein wenig von dem Solidargedanken zurückbringt, der einer Mangelgesellschaft innewohnt.
Dazu finde ich die Spassradikalität der Linken gerade passend, weil sie sich im Moment die Frage stellen lassen müssen ob ihr Programm von heute nicht Konsens von morgen werden könnte in einer Zeit der bürgerlichen Unordnung, kurz Schnee von gestern ist.
Es gibt übrigens Leute, die sind der Ansicht, dass der böse Spuk bald vorbei ist und alles wieder seinen gewohnten Gang geht.


Hübscher Gedanke. Dann wird sich die Linke wohl auch wieder auf die hintersten Reihen verkrümeln und Angela Merkel wird ihr 99,9 % Wahlergebnis einfahren, was sie wohl an ihre Jugend erinnern wird.

Spuelhaende

Peter Muster · Hauptstrasse 24 · 12345 Musterstadt · Tel

Ich darf sie zu meinem neuen Blog einladen.

Moderne Spuelverfahren hat sich zum Ziel gesetzt, dem breiten Publikum Methoden und Mittel, die bei der Pflege unseres wertvollsten Porzellans eingesetzt werden, vorzustellen und sie bedarfsweise, immer auf der Hut vor den Jaegern des kritischen Verstandes, zu kommentieren.

Klingt gestelzt?

Ja. Schon.


Aber wie klingt dann diese Aussage für Sie?

"Die Reichen werden mehr bezahlen müssen, sonst wird man das Geld nicht zusammenkriegen, das die organisierte Solidarität, der Sozialstaat, braucht."

Klingt in meinen Ohren nach Suche eines Andersbegabten auf Zahlung von Schmerzensgeld. Nach ABC –Alarm samstags um 12:00 Uhr.

Ist der Umkehrschluss nicht allzu nahe liegend, dass es im Falle einer wie auch immer gearteten Schwierigkeit, den sogenannten Reichen, Geld für was auch immer, abzunehmen, das Ende des Sozialstaates eingeläutet ist?
Ist Solidarität nun auch endgültig ein Unwert geworden, etwas, was wie eine bewusste Abpressung oder Drohung auf Vollzug im Namen einer selbstgefälligen Gerechtigkeit klingen soll?

Aber ich denke er redet nicht von den Inhabern diverser Privilegien, wie Steuerbegünstigungen, kostenlosen Chauffeuren auf Staatskosten, lebenslange Pensionen nach acht Jahren harter parlamentarischer Arbeit, nein, Herr Müntefering wird seinesgleichen bestimmt nicht das Wasser abgraben und er räumt bestimmt nicht den aufgehäuften Gabentisch , um davon den Armen zu geben. Nein, wie ich Müntefering einschätze, stellt der den leer gewordenen Tisch in die Mitte des Raumes und sagt:

„So nichts mehr drauf, wer macht ihn wieder voll?“

Er redet von uns, die wir mit Sanktionen und härteren Steuergesetzen, sowie von Abgaben auf jede Form von Besitz. Darüber redet er, und damit möchte er seine politische Existenz und seine Altersvorsorge weiter gesichert sehen.

Das ist sein Ziel.

Danke für die Aufmerksamkeit. Und damit ist zur Intention des Blogs alles gesagt.